Während im Nordwesten Israels nach dem Raketenbeschuss aus dem Libanon am frühen Donnerstagmorgen die Angst vor einer territorialen Ausweitung der Kämpfe zunimmt, schlägt das Rote Kreuz im eigentlichen Konfliktherd im Süden des Landes, in Gaza, Alarm. Das Internationale Komitee der Hilfsorganisation (kurz: IKRK) übte am Donnerstag scharfe Kritik an der israelischen Armee. Rettungsteams würden nicht zu Verwundeten in Gaza vorgelassen, durch Blockaden würde die humanitäre Katastrophe des Krieges verstärkt. Der Chef der IRKR-Delegation in Israel sprach von "Kindern, die neben ihren toten Müttern ausharren müssen" und Verwundeten, die seit Tagen ohne Wasser ums Überleben kämpfen.
Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat sich am Donnerstag die Hoffnung auf eine baldige Lösung zerschlagen. Hatte der Chef des russischen Gaskonzerns Gazprom am Nachmittag nach Gesprächen in Brüssel noch angekündigt, man werde die Gas-Lieferung nach Europa rasch wiederherstellen, hat Moskau in den Abendstunden den EU-Vorschlag für eine Lösung des Gasstreits doch noch abgelehnt. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs erklärte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem tschechischen Energieminister Martin Riman, man sei enttäuscht. Auch am Donnerstag war rund ein Dutzend europäischer Staaten - darunter Österreich - von russischem Gas, das über die Ukraine Richtung Westen fließt, abgeschnitten.
Vor dem Hintergrund drastisch rückläufiger Pkw-Käufe und steigender Kurzarbeitsverträge insbesondere in der Autozuliefererbranche hat am Donnerstag im Bundeskanzleramt ein Gipfeltreffen zur Unterstützung der krisengeschüttelten Branche in Österreich stattgefunden. Regierungsspitze, Autobranche und Sozialpartner haben sich dabei auf ein Bündel von Maßnahmen verständigt, mit denen die Folgen des derzeitigen Konjunkturabschwungs abgefedert werden sollen - nicht nur in der Autobranche. Unter anderem soll die Kurzarbeitsregelung flexibler gestaltet werden und Investitionen in Innovationen stärker gefördert werden.